Die vergessene Ölpest im Nigerdelta und neue Ölpest in China
Während die ganze Welt ihre Aufmerksamkeit auf die Ölpest im Golf von Mexiko richtet, werden vergleichbare Katastrophen anderswo völlig ignoriert.
Seit 50 Jahren bohrt Shell im Nigerdelta nach Öl - und der Kampf gegen auslaufendes Öl ist für die Bewohner zum bitteren Alltag geworden. Jedes Jahr gelangt so viel Öl in den Boden wie beim Unglück der "Exxon Valdez" im Jahr 1989 an der Küste vor Alaska, und zwar ca. 41 Millionen Liter, also insgesamt bereits zwei Milliarden Liter.
6000 Kilometer Pipelines laufen durch das Land, viele sind veraltet, haben Löcher und undichte Stellen. Im einst so fruchtbaren und für die Menschen und ihre Ernährung so überaus wichtigen Nigerdelta verlieren die Bewohner ihre Lebensgrundlage, die einzige Einnahmequelle, der Fisch, existiert nicht mehr und die Felder der Bauern versinken im Ölschlamm.
Durch die Explosion einer Pipeline im Hafen von Dalian in China am Freitagabend zeichnet sich im Gelben Meer die nächste große Umweltkatastrophe ab. Dort hat sich bereits ein Ölteppich von über 50 Quadratkilometern ausgebreitet. Die staatlichen Medien sprechen von rund 1500 Tonnen ausgelaufenem Rohöl. Man spricht bereits von der «möglicherweise größten Öl-Katastrophe in der Geschichte Chinas». '
In Dalian Xingang befindet sich das größte Lager für die Erdälreserven Chinas. Außerdem ist der Hafen Ausgangspunkt für Benzin- und Dieselexporte.

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