Bereits 700 Millionen Liter Öl im Meer - noch keine Entwarnung trotz erster Teil-Erfolge
Nachdem drei Monate lang ununterbrochen Öl aus dem Leck geschlagenen Bohrloch im Golf von Mexiko geflossen ist, konnte nun ein Teil-Erfolg im Kampf gegen die Katastrophe verbucht und das Bohrloch erstmals zu Testzwecken abgedichtet werden. Von einer Entwarnung ist jedoch noch nicht die Rede.
Bei den Tests soll nun geklärt werden, ob das Steigrohr in der Tiefe bei einer Schließung des Lecks dem Druck standhält oder ob es Lecks gibt. Es besteht die Sorge, dass durch die Kraft des aus der Tiefe aufschießenden Öls neue Lecks in die defekte Fördervorrichtung in eineinhalb Kilometern Meerestiefe gerissen werden könnten.
Wenn der erneute Anlauf gelingt, wäre es allerdings nur eine vorübergehende Lösung. Vollständig verschließen sollen die Quelle Entlastungsbohrungen mehrere Kilometer unter dem Meeresboden. Damit wird aber frühestens Ende Juli oder Anfang August gerechnet.
Dieses Wochenende könnte die Entscheidung über den Einsatz des Supertankers "A Whale" (Ein Wal) fallen. Die jüngsten Einsatztests des Schiffes eines taiwanesischen Unternehmens seien positiv verlaufen. Allerdings sei jetzt schon so lange Öl ins Meer geflossen, dass es immer problematischer werde, die schmutzige Brühe aufzusaugen.
Die "A Whale" soll täglich knapp 80 Millionen Liter verschmutztes Wasser aufnehmen und es vom Öl trennen können. Der Tanker wurde noch nie unter realen Bedingungen getestet. Küstengemeinden von Louisiana bis Florida macht der mögliche Schiffseinsatz Hoffnung, dass ihre Strände dann doch nicht völlig ruiniert werden.
Bisher flossen mehr als 700 Millionen Liter Öl ins Meer. Es handelt sich um die schwerste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten und der Ruf nach dem Ende des Ölzeitalters wird immer lauter - denn Öl bleibt eine ständige Bedrohung.


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