HIGH-TECH
WÄRMEPUMPEN
 

Der Wärmepumpenmarkt

Die Markteinführung von Wärmepumpen-Anlagen in Österreich begann im Jahre 1976 – mit Beginn der ersten „Ölpreiskrise“. Zunächst waren es vorrangig Kompaktgeräte zur Warmwasserbereitung („Brauchwasser-Wärmepumpen“), ab 1980 wurden Wärmepumpen in zunehmendem Ausmaß zur Heizung eingesetzt und die Jahreszuwachsraten bei den Brauchwasser-Wärmepumpen gingen zurück, einerseits da am Markt solarthermische Anlagen für die Warmwasserbereitung bevorzugt wurden und andererseits Wärmepumpen für Heizung und Warmwasser gekoppelt eingesetzt werden.

Mit den seit 1987 fallenden Energiepreisen kam es zu einem Markteinbruch, der allerdings ab 2000 wieder aufgefangen werden konnte  Energieeffizient eingesetzte und betriebene Wärmepumpenanlagen werden heute in Österreich als „Nachhaltige“ Heizungssysteme eingestuft und sind Teil der Klimainitiative der Österreichischen Bundesregierung (Faninger 2007).

Wärmepumpenmarkt in Österreich 1975 – 2006 (Faninger)

Die Anwendungsbereiche der Wärmepumpentechnologie liegen in den Bereichen Raumheizung, Warmwassergewinnung, Wärmerückgewinnung, sowie Kühlung und Klimatisierung. Aufgrund unterschiedlicher, den Anforderungen entsprechenden Systemen, ist dabei die Anwendung sowohl im Bereich des privaten Wohnbaus, des verdichteten und mehrgeschossigen Wohnbaus, sowie in größeren (Nichtwohn-) Gebäuden und Betrieben zusehen. Dabei beschränkt sich der Einsatz nicht nur auf den Neubau sondern ebenso auf den, Wärmepumpen gerecht renovierten Altbau mit hohem Wärmedämmstandard. Das Leistungsspektrum der Anlagen reicht von 1.000 Watt bis in den Megawatt-Bereich. Wärmepumpen haben sich im Bereich Raumwärme, Warmwasser und Klimatisierung aufgrund ihrer vielfältigen Vorteile erfolgreich am Markt positioniert.

Die Wärmepumpe entwickelt sich in Österreich erfolgreich. Die in Österreich installierten Wärmepumpenanlagen lagen im Jahre 2005 bei 9.900 Anlagen und im Jahre 2006 bei 13.637 Anlagen. Die Jahreszuwachsrate betrug demnach 38%. Ähnlich hohe Zuwachsraten verzeichnete der Schweizer Markt mit 39 %. Klar darüber liegt Frankreich mit einem Wachstum von 55 %, sowie Deutschland mit 121 %. Der Verkaufsboom in Deutschland ist auch mit Vorziehkäufen aufgrund der Erhöhung der Mehrwertsteuer 2007 zu begründen. Deutlich zurückgefallen auf nunmehr 18 % ist das Wachstum des gesättigten schwedischen Wärmepumpenmarktes. Betrachtet man in Österreich nur die  Heizungswärmepumpen so erhöhte sich das Jahresmarktvolumen sogar um 43%.

Der Wärmepumpenmarkt in Österreich 2000 – 2006 (Faninger)

Weitere Entwicklung

Die österreichischen Wärmepumpenverbände haben sich zum Ziel gesetzt die Nutzung der die Nutzung der Umweltwärme zur Raumwärme- und Warmwassererzeugung im Zeitraum von 2007-2020 erheblich zu steigern. Im Neubaubereich sollte es möglich sein den Anteil der Wärmepumpen an den gesamten Heiztechnologien auf 76% entsprechend dem schweizer Vorbild auszubauen. Weiters wird im Bereich der Wohnbausanierung ein Anteil von 20 % - 50% angestrebt.

Szenarien des weiteren Marktwachstums von Wärmepumpen bis 2020

Werden diese Ziele erreicht, so würden im Jahre 2020 bis zu 46.000 Wärmepumpen installiert.

Jährlich installierte Wärmepumpen im Österreich 2020

Mit diesem Ziel verbunden sind Einsparungen von Primärenergieträgern, CO2-Emissionen, sowie positive Effekte auf die Beschäftigungssituation und  Wertschöpfung.

Quellen:
Faninger, G.: Aktueller Stand der Wärmepumpen-Technik in Österreich, Tagungsbeitrag Internationales Wärmepumpen-Symposium, Nürnberg 2007 (Siehe Studien 3)

Lutz, G.: Wärmepumpenaktionsplan Österreich. Im Auftrag von Bundesverband Wärmepumpe und Leistungsgemeinschaft Wärmepumpe, Linz 2007, (Sie Studien 4)

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